DiGeWohl – Der dialogbasierte Gefährte für selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Partizipative Entwicklung eines KI-gestützten, mobilen Begleiters zur Unterstützung allein lebender älterer Menschen im Alltag

Wabendiagramm der DiGeWohl-Themenfelder: um das Projekt gruppieren sich Partizipation, Kooperation und Innovation mit jeweils zugehörigen Aufgaben

// Hintergrund und Motivation

Der Anteil allein zu Hause lebender älterer Menschen nimmt durch den demographischen und gesellschaftlichen Wandel stetig zu. Einsamkeitsgefühle und kognitive Beeinträchtigungen können die Alltagsbewältigung erheblich erschweren. Viele ältere Menschen ziehen den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit einem Leben im Seniorenheim vor — doch persönliche Unterstützung durch Familie oder Freunde ist nicht immer verfügbar, und ambulante Pflegedienste sind vielfach überlastet.

Sozio-technische Innovationen können die Lebensqualität im häuslichen Umfeld gezielt verbessern und ältere Menschen im Alltag unterstützen — als ergänzende Hilfe, die persönliche Betreuung und menschliche Nähe sinnvoll erweitert.

// Das Projekt

Im Projekt DiGeWohl entwickeln wir partizipativ einen mobilen Gefährten in der Gestalt eines Roboterhundes, mit dem Nutzende über große Sprachmodelle in natürlicher, deutscher Sprache kommunizieren können. Der Roboterhund soll praktische Unterstützung leisten — etwa bei Fragen zum Medikamentenplan oder zur Terminorganisation — und gleichzeitig Unterhaltungen über alltägliche sowie biografisch relevante Themen ermöglichen.

Die Entwicklung erfolgt in einem interdisziplinären und partizipativen Prozess. Gemeinsam mit älteren Menschen sowie Praxispartnern aus Wohnen, Altenhilfe und Seniorenarbeit werden in Co-Creation-Workshops konkrete Bedürfnisse, Erwartungen und Anforderungen erarbeitet.

Datenschutz, ethische Fragestellungen sowie Aspekte der Nutzerfreundlichkeit werden dabei von Beginn an berücksichtigt und in die Entwicklung integriert.Um eine möglichst individuelle und vertrauensvolle Interaktion zu ermöglichen, werden personalisierte Sprach- und Gedächtnisfunktionen entwickelt und an die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst.
Der mobile Begleiter wird anschließend in realen Wohnsituationen getestet, evaluiert und kontinuierlich gemeinsam mit den Nutzenden weiterentwickelt. Ergänzend ist die Begleitung durch geschulte Ehrenamtliche vorgesehen, um die Einführung der Technologie zu unterstützen, Berührungsängste abzubauen und die langfristige Nutzung im Alltag zu fördern

// Projekteckdaten

Laufzeit

2026 – 2030
48 Monate

Institution

Hochschule Ostfalia
Wolfenbüttel

Fortschritt

Phase 1 von 3

Förderung

BMFTR
Bundesministerium

// Projektziele

Das Projekt DiGeWohl verfolgt drei übergeordnete Ziele — von der partizipativen Gestaltung über die prototypische Umsetzung bis hin zur Evaluation und möglichen Produktentwicklung.

1

Partizipative Definition und Prototypenentwicklung

Design und Funktionalität des mobilen, dialogbasierten Gefährten werden partizipativ definiert. Anschließend wird ein erster umfänglicher Prototyp zur Unterstützung des häuslichen Wohnens im Alter in ausgewählten, priorisierten Anwendungsbereichen realisiert.

2

Einführung und Evaluation in privaten Haushalten

Zusammen mit den Praxispartnern wird der Prototyp eingeführt und in Beispielhaushalten unter realen Bedingungen erprobt. Das Gesamt-Systemkonzept wird hinsichtlich Co-Creation, Nutzerakzeptanz, technischer Realisierbarkeit und ELSI-Aspekten eingeschätzt.

3

Weiterentwicklung und Überführung in die Produktphase

Bei positivem Projektergebnis wird der Prototyp einerseits technisch-wissenschaftlich weiterentwickelt und andererseits zusammen mit einem Unternehmenspartner und den Praxispartnern in die Produktentwicklungsphase überführt.

Nach oben scrollen